Radsport im Winter: Top-Form von der Rolle

Radsport im Winter

Für die Radprofis hat die Radsport Saison 2010 bereits vor kanpp drei Monaten begonnen. Regelmäßig zum 01. November eines Jahres starten die Berufsrennfahrer ihre Vorbereitungen für das nächste Jahr. In der Regel sieht das so aus, dass sich die Profis in wärmere Gefilde verziehen, wo man auch den ganzen Winter hindurch ohne Probleme aktiv Radsport kann. Eine sehr beliebte Location ist zum Beispiel Südafrika. Dort kann man just zu dieser Jahreszeit sogar in kurzer Hose fahren. Während unsere Spitzenfahrer also bereits tagtäglich unzählige Kilometer mit dem Rennrad auf der Straße bei meist sonnigem und warmen Wetter machen, stehen diejenigen, die zuhause in nördlicheren Gefilden den zweiten Teil ihrer Saisonvorbereitung absolvieren vor einem großen Problem: Draußen ist es meist kalt, nass und teilweise sind die Straßen glatt und von Schnee bedeckt. Kilometer machen auf den Rennrad? Null Chance!

Das sportartspezifische Training auf dem Rennrad ist aber gerade in der zweiten Hälfte der Saisonvorbereitung ungeheuer wichtig! Kraft und Kondition konnte man in den letzten beiden Monaten via Ski-Langlauf, Jogging und Hanteltraining bereits aufbauen. Jetzt geht es an die Grundlagen des technischen Trainings auf dem Rennrad. Die beste Möglichkeit, im Radsport auch bei schlechtem Wetter sportartspezifisch zu trainieren, ist das Indoor-Cycling. Hier trainiert man entweder mit dem gewohnten Rennrad auf einer traditionellen Rolle, einem Cycle-Trainer oder auf einem Indoor-Bike. Letzteres hat keinen Freilauf, so dass diese körperliche Aktivität dem Radtraining mit starrer Nabe gleichkommt, was besonders zur Entwicklung eines perfekten runden Tritts ungeheuer wichtig ist. Ganz besonders die Grundlagenkondition für den Radsport lässt sich mit dem Indoor-Bike in ausgedehnten Trainingseinheiten hervorragend absolvieren.

Voraussetzung, dass auch das Indoor-Cycling ein optimales Ergebnis bringt, ist folgendes:

  • Sitzpositon wie auf dem gewohnten Rennrad. Das ist besonders wichtig, damit man sich für den Frühling bereits die optimale Technik aneignet. Wer auf einem Indoor-Bike trainieren kann, der sollte die Sitzposition entsprechend verstellen. Ebenso sollten die gewohnten Radschuhe getragen werden. Die meisten Indoor-Bikes verfügen über Klickpedale.

  • Das Training mit dem Pulsmesser sollte beim Radsport immer Standart sein! Sofern im Fitness-Studio trainiert wird, bitte immer den Pulsmesser mitnehmen und mit der Workout-Herzfrequenz (WOH) trainieren, die für die entsprechende Trainingsmethode (Tipps dazu findet ihr im Buch „Perfektes Radsport Training“) in Frage kommt.

  • Auf hohe Tretfrequenzen achten! Viele Indoor-Bikes verfügen über ein Pedaltourenmessgerät, an dem die Pedalumdrehungszahl pro Minute direkt abgelesen werden kann. Wer auf einem Cycle-Trainer mit dem gewohnten Rennrad trainiert, sollte sich so ein Messgerät ans Rad bauen. Für trainierte Sportler ist eine Umdrehungszahl von 110 bis 120 U/min am günstigsten. Intervalle mit noch höheren Umdrehungen (Quickpedal) sollten in jede Trainingseinheit eingebaut werden.

  • Monotonie vermeiden! Indoor-Training im Radsport kann schnell langweilig werden. Deshalb sollte man beim Training immer für Abwechslung sorgen.

  • Ein großer Ventilator kann den Fahrtwind teilweise ersetzen, so dass der Schweißverlust etwas geringer gehalten wird. Man sollte aber keinen Ventilator wählen, der punktförmig bläst und einzelne Körperstellen unterkühlt.