
Der runde Tritt ist die Quintessenz im Radsport. Um den möglichst perfekten runden Tritt, man nennt das auch das Pedalieren, zu erreichen, verwenden aktive Rennfahrer Jahr für Jahr viele Wochen und gar Monate darauf. Selbst Profis nehmen sich jedes Jahr aufs Neue vor, so lange zu trainieren, bis dieser runde Tritt, das Pedalieren oder Roulieren perfekt beherrscht wird. Warum dieser runde Tritt so wichtig ist, wird sehr schnell klar, wenn man über die technischen Mechanismen im Radsport nachdenkt: Man dreht mit beiden Beinen eine Kurbel, die unsere Muskelkraft über Kette und Getriebe umsetzt. Jede Kurbelumdrehung sollte wie bei einem Motor die Kraft der Muskeln, die wir aufs Pedal bringen, optimal verteilen. Also muss die Kraft auf der gesamten runden Kurbel-/Pedalumdrehung gleichmäßig verteilt sein.
Die meisten Menschen, die Radsport betreiben, treten einseitig, das heißt sie treten nur mit dem jeweiligen Bein von der 12 Uhr Position (Kulminationspunkt oben) zur 6 Uhr Position nach unten (Druckphase), während sie das andere Bein passiv auf dem Pedal ruhen lassen (Entspannungsphase), bis dieses durch die Druckbewegung des gegenüber liegenden Beins von der 6 Uhr Position soweit nach oben gedrückt wird, bis dieses schließlich die 12 Uhr Position erreicht hat und seinerseits eine Druckbewegung nach unten macht. Damit verschenkt der normale Radfahrer wertvolle Energie auf 180 Grad, also der Hälfte der Pedalumdrehung.
Um die volle Energieübertragung auf den vollen 360 Grad zu erreichen, was für aktiv betriebenen Radsport sehr wichtig ist, muss man also in der Entspannungsphase ebenfalls bewusst Energie aufwenden. Wenn man mit einem Bein auf ein Pedal drückt, dann muss man mit dem anderen Bein am Pedal wenn möglich mit derselben Kraft ziehen. Das ist die ganze Kunst des runden Tritts im Radsport! Hört sich sicher leicht an, doch in der Praxis ist diese Koordination äußerst schwer und muss mühsam erlernt werden.
Die Optimale Trittfrequenz
Die Trittfrequenz, die Anzahl der kompletten Pedalbewegungen pro Minute, ist ein weiterer Faktor für den ökonomischen Tritt beim Radsport. Viele Aktive schalten in einen höheren Gang, wenn sie schneller fahren wollen. Doch das bringt nicht unbedingt mehr Geschwindigkeit und kann das genaue Gegenteil bewirken. Für einen höheren Gang braucht man mehr Kraft, um eine Umdrehung auszuführen. Es mag vielleicht nicht unbedingt glaubhaft erscheinen, aber man wird u.U. sehr viel schneller und bequemer fahren können, wenn man anstatt eines höheren Gangs die Trittfrequenz erhöht.
Von der optimalen Trittfrequenz kann man natürlich so auch nicht unbedingt sprechen. Das Gelände, der Gegenwind und auch die Tatsache, ob man alleine oder in einer Gruppe fährt, haben Einfluss darauf. Jeder, der aktiv Radsport betreibt, sollte immer bei unterschiedlichen Trittfrequenzen gut und bequem fahren können. Die meisten Fahrer fühlen sich bei 80 bis 90 U/min am effektivsten. Viele Rennfahrer fahren lieber mit einer Trittfrequenz von 80 bis 100 U/min. Teilweise noch höher. Die optimale Trittfrequenz ist auch Gefühlssache und jeder sollte seine persönliche selbst herausfinden.